Besser Essen durch Achtsamkeit
Täglich treffen wir eine Vielzahl von Entscheidungen über unser Essen. Diese werden oft durch unbemerkte Umwelteinflüsse beeinflusst. Achtsamkeit kann dabei helfen, bewusster die Auswirkungen unserer Ernährung zu bedenken. Dies führt zu mehr Gesundheit und besserem Wohlbefinden.
Die Vielzahl der täglichen Entscheidungen rund um das Thema Ernährung kann überwältigend sein. Studien zeigen, dass wir täglich über 200 Entscheidungen in Bezug auf unsere Ernährung treffen. Diese oft unterschätzte Menge an Entscheidungen wird durch Umwelteinflüsse stark beeinflusst. Mehr Achtsamkeit kann dabei helfen, bewusstere Entscheidungen zu treffen und die Auswirkungen der Ernährung besser zu bewerten.
Die Fülle an Ernährungsentscheidungen
Ein Grund für eine ungesunde Ernährung könnte die überwältigende Anzahl an täglichen Ernährungsentscheidungen sein. Täglich stehen Menschen vor einer scheinbar endlosen Flut von Entscheidungen, was eine erhebliche kognitive Belastung darstellt. Wie viele Entscheidungen im Zusammenhang mit Nahrung und Essen werden wohl täglich getroffen? Eine Studie der Cornell University legt nahe, dass die meisten Menschen die Anzahl dieser Entscheidungen stark unterschätzen. Die Forscher baten 139 Personen, anzugeben, wann, was, wie viel, wo und mit wem sie gegessen haben. Zusätzlich nutzten drei Probanden ein digitales Zählgerät, um jedes Mal zu klicken, wenn sie eine Essensentscheidung trafen.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmenden vor der Studie durchschnittlich nur 14,4 Entscheidungen pro Tag schätzten. Tatsächlich wurden jedoch etwa 226,7 tägliche Entscheidungen im Zusammenhang mit Nahrung ermittelt. Diese Diskrepanz zeigt, wie oft Entscheidungen im Alltag unbemerkt bleiben. In einer Folgestudie untersuchten die Forscher, wie aufmerksam die Teilnehmenden gegenüber Umwelteinflüssen waren, die ihre Essenswahl beeinflussten.
Ein Experiment manipulierte Teller- und Portionsgrössen, was dazu führte, dass grössere Portionen zu einem höheren Konsum führten. Dennoch waren sich die Teilnehmenden kaum der Umwelteinflüsse auf ihre Entscheidungen bewusst. Diese Ergebnisse unterstützen die bereits bestehende Forschung, dass die Entscheidungssituation und die Wahlarchitektur einen entscheidenden Einfluss auf die Entscheidungsfindung haben, der oft übersehen wird.
Die Bedeutung von Achtsamkeit
Die Forschung liefert einige wichtige Erkenntnisse: Erstens werden deutlich mehr Ernährungsentscheidungen getroffen, als allgemein angenommen wird. Diese beginnen bereits beim Aufstehen, wenn die erste Mahlzeit des Tages in Erwägung gezogen wird. Dabei geht es nicht nur um die Art der konsumierten Lebensmittel, sondern auch um soziale Faktoren rund um eine Mahlzeit. Zweitens bleibt häufig unbemerkt, welche Umwelteinflüsse eine Entscheidung auslösen oder beeinflussen – insbesondere bei scheinbar trivialen oder unbedeutenden Entscheidungen.
Ein wesentlicher Faktor, der helfen kann, das Bewusstsein zu schärfen und bessere Ernährungsentscheidungen zu treffen, ist ein erhöhter Zustand der Achtsamkeit. Achtsamkeit bedeutet, im Moment präsent zu sein und sowohl äussere Einflüsse als auch innere Empfindungen bewusster wahrzunehmen. Studien zeigen, dass Achtsamkeit in verschiedenen Phasen einer Entscheidung nützlich sein kann.
Höhere Achtsamkeit kann dabei helfen, den Moment zu erkennen, in dem eine Essensentscheidung getroffen wird. Sie kann auch unterstützen, Informationen über die Wahl zu sammeln, etwa durch den bewussten Vergleich von Zutaten oder Nährwertangaben. Schliesslich kann Achtsamkeit dazu beitragen, auf Rückmeldungen über die jüngsten Ernährungsentscheidungen zu reagieren, wie zum Beispiel auf das Gefühl der Sättigung oder der Zufriedenheit nach dem Essen.
Gesunde Entscheidungen durch bewusstes Wahrnehmen
Obwohl es nicht gesund ist, jede einzelne Ernährungsentscheidung zu überanalysieren, kann ein allgemeines Bewusstsein für die Vielzahl an täglichen Entscheidungen zu besserer Gesundheit und grösserem Wohlbefinden führen. Ein bewussterer Umgang mit der Ernährung, unterstützt durch Achtsamkeit, kann dazu beitragen, gesündere Entscheidungen zu treffen und die Auswirkungen der Ernährung auf das persönliche Wohlbefinden besser zu verstehen.
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Guten Tag,
ich versuche, diese sehre hohe Zahl nachzuvollziehen…
Morgens überlage ich, ob ich ein Ei oder eine Avocado esse. Mittags, was ich für meine Familie koche. Und so weiter, ich komme auf vielleicht 10-20 Entscheidungen. Aber 200 – wie das?
Freundliche Grüße
Hans-Georg Drape
Lieber Herr Drape
Das beginnt schon mit der Entscheidung, ob und wann man aufsteht. Zuerst ins Bad oder doch lieber einen Kaffee? Statt Kaffee heute lieber Tee. Braune oder schwarze Socken? Das karierte Hemd? … usw. usw. Die meisten unsrer Entscheidungen treffen wir unbewusst und intuitiv, auf Erfahrungen beruhend.
Herzliche Grüsse
Silke Weinig