Die richtige Einstellung für gesunde Bewegung
Ein aktiver Lebensstil hängt von der richtigen Einstellung ab. In unserer Konsumkultur liegt der Fokus bei Bewegung oft auf Ästhetik und käuflichen Produkten. Einstellungsfaktoren spielen eine unsichtbare, aber kraftvolle Rolle in unseren Bewegungsmustern. Unsere Wortwahl, die Gründe und die wahrgenommenen Vorteile sind drei Einstellungsfaktoren, die die körperliche Aktivität beeinflussen.
Viele Menschen denken intuitiv, dass eine Entscheidung für körperliche Aktivität mit dem Kauf von Fitnessgeräten oder einem Fitnessstudio-Abonnement beginnt. Millionen beginnen so jedes Jahr ihre Fitnessvorsätze, um dann frustriert festzustellen, dass diese Käufe oft nutzlos geblieben sind.
Sprache unterstützt uns beim Sport
Widersprüchlicherweise besteht der bessere Start in einen aktiveren Lebensstil darin, bewusst die Worte auszuwählen, die Sie verwenden, wenn Sie an körperliche Aktivität denken. Worte haben eine emotionale Bedeutung für uns, die viel schwerwiegender ist als ihre allgemeinen Definitionen in einem Wörterbuch.
Für einen Leistungssportler können Begriffe wie „Übung“, „Training“ oder „persönliche Rekorde“ einen Energieschub und Motivation auslösen. Für jemanden, dessen prägende Erfahrung mit Bewegung darin bestand, in der Schulzeit als Letzter für das Volley-Team ausgewählt zu werden, können dieselben Worte jedoch schwere negative Konnotationen haben.
Was denke ich über Bewegung?
Fragen Sie sich daher: Welche Konnotationen und Assoziationen haben Sie in Bezug auf Begriffe, die mit körperlicher Aktivität verbunden sind? Welche Worte finden Sie inspirierend, welche eher nicht motivierend? Wenn Sie die falschen Worte wählen, werden Sie wahrscheinlich weniger erfolgreich in Ihrem Vorhaben sein, Ihr Ziel zu erreichen, selbst wenn Sie die richtige Ausrüstung, Ziele und Unterstützung haben.
Bei körperlicher Aktivität spielen Worte eine große Rolle, mehr als die meisten von uns bewusst realisieren. Wählen Sie Ihre Sprache über körperliche Aktivitäten ebenso gezielt wie die richtigen Schuhe oder die passende Einrichtung.
Warum und wozu?
Der zweite Aspekt der Einstellung zur körperlichen Aktivität ist das bewusste Wählen Ihrer Antworten auf das „Warum“ oder «Wozu»? Viele von uns fühlen sich von anderen Menschen und der breiteren Gesundheitskultur dazu gedrängt, mehr körperliche Aktivitäten auszuführen. Diese Herangehensweise ist langfristig selten erfolgreich. Selbst wenn diese Gründe von gut gemeinten Personen wie Ärzten oder Partnern kommen, haben die Argumente anderer Menschen oft nicht dieselbe Überzeugungskraft wie die Gründe, die wir selbst identifizieren können.
Die ideale Motivation für eine nachhaltige Routine in körperlicher Aktivität basiert auf unseren individuellen Werten und wahrgenommenen Vorteilen. Diese Gründe sind persönlich und kommen von unseren eigenen einzigartigen Erfahrungen und Werten. Nicht von anderen oder irgendwelchen wissenschaftlichen Studien. Das ist die kleine Aufgabe, die wir zu erfüllen haben – niemand sonst kann uns unser «Warum/Wozu?» beantworten.
Die Regeln neu definieren
Eine der häufigsten Hürden, um körperlich aktiv zu werden, ist die vermeintliche Komplexität des Anfangs – sprich, der erste Schritt! Wenn man den Ratschlägen beliebter Gesundheitsgurus zuhört, kann leicht der Eindruck entstehen, dass man mehrere Einheiten von hochintensivem Training pro Woche absolvieren muss, um überhaupt Ergebnisse zu erzielen. Das ist für die meisten Menschen eine unüberwindbare Anforderung. Selbst bei bester Motivation stellt sich die Frage, wie das bei unseren voll durchgetakteten Alltagen funktionieren soll.
Eine der freundlichsten Erkenntnisse aus der Sportforschung ist, dass man am besten dem berühmten „Pareto-Prinzip“ folgen soll. Es ist auch bekannt als 80/20-Regel, was bedeutet, dass etwa 80 Prozent der Ergebnisse oft aus nur 20 Prozent der Beiträge stammen. Für körperliche Aktivität bedeutet dies, dass es in Wirklichkeit nicht viel Bewegung braucht, um große Verbesserungen in Gesundheit und Wohlbefinden zu erzielen. Studien zeigen, dass bereits das Erhöhen der täglichen Schrittzahl auf fünf bis zehn Kilometer über einen längeren Zeitraum hinweg unsere Gesundheit, Schlafqualität und sogar Langlebigkeit deutlich verbessert.
Ein aktiver Lebensstil hängt also wesentlich von der richtigen Einstellung ab. Oft konzentrieren wir uns auf ästhetische Ziele und kaufen teure Fitnessprodukte, anstatt uns mit den Gedanken und Emotionen auseinanderzusetzen, die unser Bewegungsverhalten beeinflussen. Es ist entscheidend, wie wir über Bewegung denken und welche persönlichen Gründe uns motivieren. Durch eine positive und individuelle Wortwahl sowie das Verständnis eigener Motivationen können Sie Ihre körperliche Aktivität langfristig steigern.
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