Schön, Dich zu hören!

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Die verzerrte Einschätzung der Vor- und Nachteile verschiedener Kommunikations­medien führt dazu, dass wir bevorzugt eine Textnachricht schreiben, obwohl ein Anruf uns der anderen Person näherbringen würde.

Eine Whatsapp-Nachricht, E-Mail oder doch ein direkter Anruf? Die heutigen digitalen Technologien bieten uns eine Bandbreite an Möglichkeiten, jederzeit von überall mit unseren Mitmenschen in Kontakt zu treten. Dass dies helfen kann, mit weit entfernten Freunden oder Familie verbunden zu bleiben, ist klar. Doch woher wissen wir bei all den Optionen noch, welches Kommunikations­medium dazu am besten geeignet ist?

Hören oder lesen?

Für diese Frage interessierten sich die beiden Forscher Amit Kumar und Nicholas Epley. Ihre Annahme war dabei: Kommunikations­medien, die unsere Stimme beinhalten (z.B. Telefonat oder Video-chat) lösen ein stärkeres Gefühl der Verbundenheit zwischen den Gesprächs­partner*innen aus und sollten daher gegenüber Textnachrichten bevorzugt werden. Um ihre Theorie zu überprüfen, lud das Forschungs­duo Studierende zu einer Studie ein, bei der sie zu einem alten Freund oder einer Freundin, den oder die sie in den letzten Jahren aus den Augen verloren hatten und dessen Telefonnummer und E-Mail Adresse sie noch besaßen, wieder Kontakt aufnehmen sollten. Dazu gaben die Teilnehmenden zunächst an, ob sie die Person lieber per E-Mail oder telefonisch kontaktieren wollten. Außerdem schätzten sie ein, wie stark sie sich mit der Person (wieder-)verbunden fühlen würden und wie unangenehm ihnen die Interaktion jeweils per E-Mail oder per Telefon wäre.

Ist telefonieren unangenehmer?

Die Mehrheit der Studierenden glaubte, sich während eines Telefongesprächs mit ihrem*r Gesprächs­partner*in stärker verbunden zu fühlen. Trotzdem gaben zwei Drittel an, die Person lieber per E-Mail als telefonisch zu kontaktieren. Sie fragen sich, wie dieser Widerspruch zustande kommt? Die Präferenz für die E-Mail ließ sich vor allem darauf zurückführen, dass die Teilnehmenden erwarteten, dass ihnen die Interaktion per Telefon deutlich unangenehmer sein würde als per E-Mail. Doch waren diese Erwartungen berechtigt?

Um dies zu beantworten, sollten die Studierenden nun tatsächlich Kontakt zu dem Freund oder der Freundin aufzunehmen. Dabei durften sie das Medium jedoch nicht frei wählen, sondern wurden zufällig mit einer Kontaktaufnahme per E-Mail oder per Telefon beauftragt. In einer Abschlussbefragung gaben sie dann an, wie sie sich während der Interaktion gefühlt hatten. Die Studierenden, die telefonierten, berichteten wie erwartet von einem stärkeren Gefühl der Verbundenheit als diejenigen, die per E-Mail Kontakt aufnahmen. Interessanterweise wurde die Interaktion am Telefon jedoch entgegen der zuvor formulierten Erwartung nicht als unangenehmer empfunden als die Interaktion per E-Mail.

Das Telefonat: besser als sein Ruf!

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass wir dazu neigen, bei der Wahl eines Kommunikations­mediums die erwarteten Kosten der unangenehmen Interaktion zu überschätzen und dagegen den Vorteil, sich stärker verbunden zu fühlen, unterschätzen. Dadurch wählen wir möglicherweise das weniger effektive Medium, in diesem Fall die E-mail. Wir sollten uns also bewusst machen, dass ein Telefongespräch gar nicht so unangenehm wird, wie wir denken und uns stärker auf den Vorteil, sich der Person dadurch näher zu fühlen, fokussieren.

Wenn Sie sich also öfter davor drücken, jemanden anzurufen und lieber eine Textnachricht verfassen, dann springen Sie doch in Zukunft mal über Ihren eigenen Schatten und denken Sie daran, dass Sie vermutlich mehr zu gewinnen als zu verlieren haben, wenn Sie die Person Ihre Stimme hören lassen.

Mehr Information:

Kumar, A., & Epley, N. (2021). It’s surprisingly nice to hear you: Misunderstanding the impact of communication media can lead to suboptimal choices of how to connect with others. Journal of Experimental Psychology: General, 150(3), 595–607. https://doi.org/10.1037/xge0000962

Tönjes, Linnea (2021): Schön, deine Stimme zu hören! | Universität Mannheim (uni-mannheim.de)

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