Die Frage nach dem Sinn im Leben

Die Frage nach dem Sinn im Leben

Die Frage nach dem Sinn im Leben

Die Frage nach dem Sinn im Leben

In ärmeren Nationen wird ein stärkerer Lebenssinn empfunden als in wohlhabenderen Nationen, hauptsächlich aufgrund der höheren Religiosität in diesen ärmeren Ländern.

Ein wohlhabender Geschäftsmann in der westlichen Hemisphäre vs. eine Mutter dreier Kinder in einfachen Verhältnissen irgendwo in Kenia. Was glauben Sie: empfinden die beiden den gleichen Lebenssinn? Und wenn nicht, wer findet wohl Ihrer Meinung nach mehr Sinn im Leben?

Arm aber glücklicher, da religiös(er)?

Die Forscher Shigehiro Oishi und Ed Diener fragten sich, ob Menschen in ärmeren Ländern mehr Sinn im Leben empfinden als Bewohnerinnen und Bewohner in wohlhabenderen Länder? Falls dem so sei, fragten sie weiter, ob dies möglicherweise auf eine vermutet höhere Religiosität in ärmeren Ländern zurückgeführt werden kann, da Religion in vielerlei Hinsicht als sinnstiftend betrachtet wird. Religion bietet gläubigen Menschen Antworten auf die grundlegenden Fragen des Lebens und schafft eine Verbindung zwischen ihrem Alltag und einem übergeordneten Sinn.

Sinnstiftung durch Religion

Um diese Annahme zu überprüfen, analysierte das Forschungsteam Daten aus Umfragen in 131 Ländern. Dabei gaben die Teilnehmenden an, wie sehr sie ihrem Leben einen Sinn oder Bedeutung beimessen und in welchem Maße Religion einen Teil ihres täglichen Lebens ausmacht. Zur Bestimmung des Wohlstands eines Landes wurde das Bruttoinlandsprodukt herangezogen. Es stellte sich heraus, dass Bewohnerinnen und Bewohner ärmerer Länder religiöser waren und einen stärkeren Lebenssinn empfanden als Menschen wohlhabenderer Länder. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass der untersuchte Zusammenhang zwischen dem Wohlstand eines Landes und dem empfundenen Lebenssinn größtenteils auf die unterschiedlich hohe Religiosität in armen und wohlhabenden Ländern zurückzuführen war.

Überprüfung von alternativen Erklärungen verdeutlichen das Ergebnis

Andere Erklärungen wie die Annahme, dass in wohlhabenderen Ländern ein höherer Bildungsstatus und damit einhergehend ein kritischeres Denken oder eine geringere Anzahl von Kindern pro Haushalt die Suche nach dem Lebenssinn erschweren, konnten durch weitere Analysen widerlegt werden. Auch die Annahme, dass Menschen in schwierigen Lebensumständen allein durch ihre tägliche Arbeit einen Sinn im Leben und Überleben sehen, konnte durch folgende Erkenntnis geschwächt werden: Wenn nur ärmere Länder betrachtet wurden, berichteten die religiöseren Länder ebenfalls über mehr Lebenssinn als die weniger religiösen Länder.

Die Forschung sollte weitergehen

Basierend auf den Ergebnissen sollte die kenianische Mutter aus unserem Eingangsbeispiel trotz ihres anstrengenden Alltags mehr Sinn im Leben finden als der wohlhabende Geschäftsmann, weil Religion für sie wahrscheinlich einen höheren Stellenwert hat. Wie sähe es jedoch aus, wenn beide vergleichbar religiös wären? Vielleicht wird diese Frage von der Forschung aufgegriffen, denn die aktuelle Studie gibt lediglich Länderergebnisse wieder. Weitere Forschung ist nötig, um mögliche Unterschiede zwischen vergleichbar religiösen Personen aus wohlhabenderen und ärmeren Ländern zu untersuchen. Darüber hinaus wäre es interessant, Religiosität in zukünftiger Forschung genauer zu erfassen, da unterschiedliche Auffassungen von Religion sowie kulturelle Unterschiede darüber, was als hohe oder niedrige Religiosität angesehen wird, den empfundenen Lebenssinn beeinflussen könnten.

Quelle: Oishi, S., & Diener, E. (2014). Residents of poor nations have a greater sense of meaning in life than residents of wealthy nations. Psychological Science, 25, 422–430.

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