So kann man sich vor schlechter Stimmung schützen!

So kann man sich vor schlechter Stimmung schützen!

So kann man sich vor schlechter Stimmung schützen!

So kann man sich vor schlechter Stimmung schützen!

Wir lassen uns leicht von den Gefühlen und Stimmungen anderer anstecken. So wie ein herzhaftes Lachen uns in gute Laune bringt, ziehen uns schlechten Schwingungen runter.

Das Phänomen, dass uns fremde Emotionen beeinflussen können, nennt man Gefühlsansteckung. Sie geschieht oft unbewusst und automatisch. Laut einer Studie der Yale University schadet es unserem Wohlbefinden sehr, wenn wir nicht unterscheiden können, welche Gefühle unsere sind und welche wir uns eingefangen haben.

Aus diesem Grund ist es heilsam bei schlechter Laune innezuhalten und zu reflektieren, woher diese Stimmungslage kommt? Ein schwieriger Mensch muss uns nicht direkt anschnauzen, um uns unsere Laune zu verderben. Manchmal reicht schon dessen Anwesenheit. Wenn Sie am Morgen richtig gut gelaunt zur Arbeit gekommen sind und irgendwann feststellen, dass sie angespannt und gestresst sind, sollten Sie sich fragen, ob das vielleicht durch einen anderen – ohne dessen direktes zutun – verursacht wurde? Einfach durch dessen Gefluche, Geseufze oder Gejammer? Wie fühlen Sie sich, wenn diese Person nicht da ist? Allein die Erkenntnis, wo der schlechte-Laune-Herd steckt, lässt uns unseren inneren Stimmungs-Schalter umdrehen.

Wer bin ich?

Grundsätzlich ist es hilfreich für sich zu klären, wer bin ich und wie bin ich normalerweise drauf? Die Bandbreite von gut bis schlecht gelaunt ist gross, denn sie wird durch verschiedene Zwischentöne gefüllt, wie optimistisch, frohgemut, übervorsichtig oder kontrollierend bis skeptisch oder pessimistisch. Unsere Stimmung ist das Abbild unserer Gesamtbefindlichkeit. Umgangssprachlich sprechen wir auch von unserer Laune, wenn wir unsere Stimmung meinen. Im Gegensatz zu Gefühlen, die punktuell und teilweise sehr intensiv sein können, erleben wir Stimmungen eher als matt, diffus und langanhaltend. Sie können über den Tag hinweg wechseln, haben dabei aber meistens keine speziellen Gründe oder Auslöser, wie es unsere Gefühle brauchen.

Unsere Stimmung – das Grundrauschen unseres Selbst

Unsere Stimmung ist eine Art Hintergrundmusik, deren Klang sich unauffällig über alles legt, was wir erleben und empfinden. Bei schlechter Stimmung machen wir selbst Positives madig, ärgern uns über Banalitäten und suchen überall nach dem Haar in der Suppe. Mit guter Launer geht uns alles leicht von der Hand, selbst Probleme oder Schwierigkeiten bringen uns nicht ins Wanken. Wir können gut aufgelegt leichter Informationen verarbeiten, haben mehr kreative Ideen und sind entscheidungsstärker. Alles Effekte, die uns guttun im Umgang mit schwierigen Zeitgenossen und die uns stärken.

Kann man auf seine Stimmung Einfluss nehmen?

Die Bedeutung unserer Stimmung ist für unser seelisches Wohlbefinden und unsere körperliche Gesundheit nicht zu unterschätzen, ist sie doch die Brille durch die wir unsere Umwelt wahrnehmen. Daher beschäftigen sich Wissenschaftler seit geraumer Zeit mit den beiden Fragen, ob man gezielt seine Stimmung steuern kann? Falls ja, wie? Eine wichtige Erkenntnis aus der Stimmungs-Forschung ist, dass unser Gemütszustand mehr von körperlichen Zuständen abhängt als von äusseren Ereignissen. Wir federn viel leichter cholerisches Verhalten ab, wenn wir ausgeschlafen sind. Hingegen bringen uns kleinste, negative Verhaltensweisen an den Rand des Wahnsinns, wenn wir Stress, Hunger, Durst oder sonstigen körperlichen Druck haben.

Daraus resultiert eine weitere Erkenntnis: wir können unsere Stimmung willentlich beeinflussen und modellieren. Unbewusst tun die meisten das auch erfolgreich, allen voran hedonistisch veranlagte Menschen. Ihnen fällt es leicht sich gedanklich von negativen Ereignissen zu lösen und abzulenken. Nicht nur, dass sie negative Ereignisse so uminterpretieren können, dass diese auch positive Seiten bekommen, sie haben scheinbar einen siebten Sinn entwickelt möglichen Gefahren aus dem Weg zu gehen, die sie herunterziehen könnten. Ihre grösste Stärke ist, dass sie sich leicht an positive Erlebnisse erinnern können, wenn es ihnen schlecht geht. Die menschliche Grundtendenz bei schlechter Stimmung ist es eher sich bevorzugt an Situationen zu erinnern, in denen es uns ähnlich schlecht ging. Das hilft leider nicht aus dem Stimmungstief.

Den persönlichen goldenen Mittelweg finden

Sollte sich jetzt der ein oder andere dazu verführt fühlen, künftig auf eine rein hedonistische Stimmungsregulation zu achten, sei jedoch gewarnt: ein allzu hochgestimmter Gefühlszustand macht uns unaufmerksam und unkonzentriert. Wir werden oberflächlicher, schätze andere Menschen allzu positiv ein und übersehen Risiken. Eine ernst-konzentrierte Stimmung kann uns vor solchen Fehlern schützen. Sie macht uns skeptischer und vorsichtiger.

Es ist kein erstrebenswertes Ziel sich in einen permanent guten Gefühlszustand zu bringen, sondern alle Gefühlzustände anzunehmen und zu nutzen, den jeder hat seine Vor- und Nachteile. Bei der Steuererklärung hilft ein euphorischer Glückszustand so wenig wie ein Gejammer in der Endlosschleife, wenn etwas schiefgelaufen ist.

Zehn gesunde Stimmungsaufheller:
  1. Gehen Sie auf Distanz. Sobald Sie merken, dass Ihnen jemand nicht guttut, gehen Sie auf Distanz – dafür braucht es weder einen Konflikt noch muss diese Person (bereits) ein persönlicher Plagegeist zu sein. Stellen Sie sich vor, die Situation von aussen zu betrachten oder wie einen Film.
  2. Achten Sie auf nonverbale Verhaltensweisen. Bei der Gefühlsansteckung kann es leicht passieren, dass wir den anderen unbewusst kopieren. Indem wir ungewollt dessen Körperhaltung, Mimik oder sogar die Stimme nachahmen, bekommen auch dessen schlechte Laune ab.
  3. Haben Sie Mitgefühl. Ein gutes Mittel, um sich nicht von den Gefühlen anderer anstecken zu lassen, ist mitzufühlen, aber nicht mitzuleiden. Bei Mitleid sind wir mittendrin statt von aussen dabei. Mitgefühl gibt die Wärme, der er braucht und verschafft uns Distanz zu dessen Gefühlen.
  4. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Unser Körper braucht eine gute Grundlage in Balance zu sein. Zudem ist der Energieverbrauch unseres Gehirns immens: es macht zwar nur zwei Prozent der Gesamtkörpermasse aus, beansprucht aber 20 Prozent der Gesamtenergie. Wollen wir gut denken (und fühlen!) können, brauchen wir Energie. Glukose ist dafür ein Hauptlieferant.
  5. Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Pausen. Haben Sie zudem den Mut um ein Time-Out zu bitten, wenn der andere Sie erschöpft.
  6. Bewegen Sie sich. Egal, ob nur kurz aufgestanden oder ein strammer Marsch um den Block. Eines der besten Mittel gegen schlechte Laune ist Bewegung.
  7. Lenken Sie sich ab.  Einfache Tätigkeiten, wie zum Beispiel Putzen, Aufräumen oder andere Hausarbeiten sind super Ablenkungsmittel.
  8. Achten Sie auf Ihre Gedanken. Wohltuende Gedanken, wie Erinnerungen an angenehme Erlebnisse können Ihnen einen positiven Schubs geben.
  9. Loben und spornen Sie sich selber an. Optimistisches Denken, wie „Das wird schon“ können emotionale Abwärtsspiralen abbremsen.
  10. Verzichten Sie auf Vergleiche. Jeder Mensch hat starke und schwache Seiten – selbst Ihr Quälgeist. Es ist sehr menschlich sich zu vergleichen. Viele von uns wollen wissen, wo sie stehen. Wenn das Vergleichen aber zur Dauerbeschäftigung wird und Ihnen vor allem Ihre Defizite auffallen, dann ziehen Sie sich damit nur runter. Stoppen Sie diese negativen Gedanken.
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