Warum man nicht glücklich sein muss, um sich gut zu fühlen

Warum man nicht glücklich sein muss, um sich gut zu fühlen

Warum man nicht glücklich sein muss, um sich gut zu fühlen

Warum man nicht glücklich sein muss, um sich gut zu fühlen

Die positive Psychologie geht davon aus, dass Glück im Mittelpunkt des Wohlbefindens steht. Neue Forschungsergebnisse, die einen Netzwerkansatz für das Wohlbefinden verwenden, legen nahe, dass es nicht viel braucht, um sich gut zu fühlen. 

Das schöne Momente glücklich machen, ist jedem klar. Dass Erinnerungen an diese schönen Momente unser Wohlbefinden antreiben, indem sie Energiewellen erzeugen, die im Rest unserer bewussten Erfahrung nachhallen, hat jede/r schon erlebt. Aber was ist mit den Momenten, die ganz alltäglich sind und in denen wir uns ganz einfach zufrieden fühlen? Momente, von denen man nicht mit Begeisterung erzählen würde, die man aber definitiv als zufrieden bewertet?

Glück oder Zufriedenheit?

Das niederländische Forschungsteam um Marianne van Woerkom von der Tilburg University ist in einer Studie der Frage nachgegangen, ob Glück oder Zufriedenheit die Hauptantriebskraft für unser Wohlbefinden ist. Dafür wurden Probanden gebeten mehrmals täglich eine momentane Bewertungen über ihr Befinden abzugeben, die wiederum in eine „Netzwerkanalyse“ eingespeist wurden.

Die zugrunde liegende Annahme eines Netzwerkansatzes ist, dass verwandte Elemente eines psychologischen Konzepts auf komplexe Weise geclustert werden, die ihre Interaktionen widerspiegeln. Dies hat zum Vorteil, dass man die Subjektivität der Aussagen extrahieren kann. Die Variabilität subjektiver Erfahrungen kann genau erfasst werden und ergibt zusammengefasst ein Muster, das mehr Aussagen zulässt als beispielsweise ein Mittelwert. Dieser Netzwerkansatz ist freilich wesentlich schwieriger durchzuführen als Standardmethoden zur Beurteilung des Wohlbefindens auf der Grundlage einmaliger Durchschnittsbewertungen.

An der Studie nahmen 151 TeilnehmerInnen im Alter von 18 bis 65 Jahren (Durchschnittsalter von 42 Jahren) teil. Im Durchschnitt gaben diese 33 Bewertungen in fünf aufeinander folgenden Tagen ab. Die Befragung fand mobil per Smartphone statt, zu zufällig ausgewählten Zeiten. Wenn die Probanden beschäftigt waren, hatten sie noch 15 Minuten Zeit, um die Tätigkeit abzuschliessen und ihre Antworten zu geben.

Was steht im Mittelpunkt des Wohlbefindens?

Wenn Glück – so wie die Positive Psychologie besagt – das Wohlbefinden fördert, dann sollten die Bewertungen des positiven Affekts die zentralen Knoten der Netzwerkanalysen sein, die alle Erfahrungsbewertungen kombinieren. Wenn aber Zufriedenheit im Mittelpunkt des Wohlbefindens steht, dann sollte der Punkt „Ich fühle mich zufrieden“ im Mittelpunkt stehen. Wie sich herausstellte, übernahm die Zufriedenheit diese Schlüsselrolle!

Der Zufriedenheitspunkt befand sich nicht nur im Zentrum des Netzwerks, sondern tauchte durch seine vielfältigen Verknüpfungen mit anderen Knoten in derart vielen Knotenverknüpfungen des Netzwerks auf, dass er einen herausragenden Sonderstatus erhielt. Das Gefühl von Zufriedenheit ist also nicht nur entscheidend als passiver Indikator für das Wohlbefinden, sondern auch als aktiver Faktor in einem Kausalsystem, das andere Aspekte des Wohlbefindens hervorruft. Offensichtlich kann das Gefühl, zufrieden zu sein, obwohl es keinen Zustand der Euphorie widerspiegelt, dazu dienen, die Art von Erfüllung zu bieten, die wir in einem flüchtigen Glücksgefühl nicht finden würden.

Nutzen Sie Ihre Zufriedenheit

Es ist beruhigend zu wissen, dass man kein Hochgefühl braucht, um zufrieden zu sein. Jeder Mensch, der einmal beim Anblick des Lieblingsbuchs, eines Souvenirs oder schöner Fotos ein friedliches Gefühl der Freude oder Dankbarkeit erlebt hat, kennt die oben beschriebene Form, wie man das eigene Wohlbefinden steigern kann. Man kann sogar auf dieser Art und Weise kleine Flauten im Leben abmildern.

Die Studie um Woerkem et al. zeigt, dass das Gefühl der Zufriedenheit kein Feuerwerk an Emotionen braucht, sondern sich vielmehr durch „geringe Erregungsemotionen“ speist. Dies reicht aus, um positive Effekte in unserem «Wohlbefindlichkeits-Netzwerk» zu erzeugen, das nachhaltig eine breite Palette an positiven Emotionen fördert.

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