Atmet es bei Ihnen auch ganz von allein?

Atmet es bei Ihnen auch ganz von allein?

Atmet es bei Ihnen auch ganz von allein?

Atmet es bei Ihnen auch ganz von allein?

Immer häufiger lesen wir über Themen wie Stress, Burnout, Schlaflosigkeit, Rückenschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten etc. Stresserkrankungen nehmen zu und das Bedürfnis nach Entspannung ist gross. Atemtherapie hilft, die Batterien wieder aufzuladen. Wer zufrieden und ausgeglichen ist, bleibt gesund und kann seine Ressourcen besser nutzen.

Text von: Franziska Kronenberg, Praxis für Atem, Bewegung und Entspannung

Unser Wissen über die Möglichkeiten des Atems für die Bewusstseins- und Persönlichkeitsentwicklung ist keine Erfindung der Neuzeit. Es reicht zurück bis in die Antike! Vor mehr als 2.000 Jahren entwickelten bereits Griechen, Ägypter und viele östliche Kulturen Atem- und Bewegungslehren für die Gesundheitspflege. Vielfach wurden diese kombiniert mit Meditationspraktiken wie z.B. der Zen-Meditation in Japan oder mit Tai Chi oder Qi Gong in China. Das Bewusstsein für die ganzheitliche Bedeutung unseres Atems stand also schon von jeher in allen Kulturen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Alle waren sich im Klaren, dass sowohl die körperlichen als auch die seelischen und geistigen Kräfte des Menschen mit dem Atem untrennbar verbunden sind.

Haben Sie gewusst,
  • dass wir bis zum 21. Lebensjahr umgerechnet etwa 3.5 Millionen Luftballons einatmen?
  • dass wir zwischen 10-18mal pro Minute atmen, bei tiefer Entspannung 6-10mal?
  • dass etwa 80% aller Menschen nur durch ein Nasenloch atmen. Mal links, mal rechts?
  • dass es in der Regel 5-10 Minuten dauert, bis infolge von Sauerstoffmangel lebenswichtige Organe irreparabel geschädigt sind.
  • dass Niesen ein Schutz- und Reinigungsreflex ist? Man katapultiert Viren und Bakterien heraus.
  • dass das Lungenvolumen beim Menschen ca. 6 Liter und bei einer Maus 1 Milliliter umfasst?
  • dass der spanische Freitaucher Aleix Segura 2016 den Weltrekord holte? Er konnte 24:03 Minuten die Luft anhalten.
  • dass die Einatemluft aus 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, 0.03% Kohlendioxid und 1% Edelgasen besteht?
  • dass unsere 0,2 Millimeter grossen Lungenbläschen ausgebreitet mit 196m2 einen ganzen Tennisplatz füllen würden?
Der Atem ist ein Geschenk und verbindende Kraft

Die Atmung zählt zu den grössten Wundern des Lebens. Ein lebenserhaltender Stoffwechselprozess, auch vitale Atmung genannt. Der Ursprung des Atems liegt nicht darin, dass wir atmen, sondern dass „es“ zu atmen beginnt. Damit ist uns Leben geschenkt. Mit dem ersten Atemzug kommen wir auf die Welt, mit unserem letzten Atemzug verlassen wir sie wieder.

Wir dürfen das Geschenk annehmen, sollten sorgsam damit umgehen, es pflegen und diese Kraft kreativ nutzen. Der Atem ist Urbewegung und schafft im Leiblichen Ausdruck und Gleichgewicht. Er verbindet den Menschen mit der Aussenwelt und das Aussen mit der Innenwelt. Den Atem zu erfahren bedeutet, in neuer Weise zu leben. Atem ist seelischer Ausdruck, eine geistige Haltung und ein Repräsentant der inneren Befindlichkeit. Ganz einfach das Tor ins Hier und Jetzt – zur Wirklichkeit.

Woher kommt eigentlich das Wort Atem?

Der mitteldeutsche Begriff „Odem“ bedeutet Atem, Hauch, Seele und Geist (Gottes). Im Lateinischen heisst „spirare“ atmen und „spiritus“ der Geist. Im Griechischen bedeutet „pneuma“ Hauch, ätherisches Feuer, Lebensgeist und Seele. Auch das hebräische Wort „ruach“ wird übersetzt mit verschiedenen Bedeutungen wie Atem, Wind, Hauch und Geist. „Prana“ wird in der hinduistischen Lehre als Leben, Lebenskraft oder die universelle Lebensenergie angesehen. In China steht das Wort „Chi“ für Lebenskraft und auch für Atem. Das Wort „Atem“ selbst stammt vom Wort „Atmen“ aus dem altindischen Sanskrit und heisst dort so viel wie „das in uns wirksame Göttliche“.

Die Atempflege – nutzen der Kraftquelle

Durch die Vertiefung und Verbesserung der natürlichen Atmung gelingt es, Verspannungen und Blockaden, die wir uns im Laufe unseres Lebens durch Erfahrungen und Erlebnisse zugezogen haben, zu lösen und damit unser körperliches Wohlbefinden zu steigern. Auf diesem Weg gelangen wir zu mehr Gelassenheit, Lebensfreude, einem besseren Selbstverständnis und Vertrauen in die eigene Lebenskraft.

Durch Bewegung besteht die einfachste Möglichkeit, den Atem zu beeinflussen und aus den gefertigten Mustern zu befreien. Sie kann unseren Atem verändern, ohne dass wir willentlich eingreifen müssen. Es ist möglich in Achtsamkeit und Bewusstheit die Bewegung zu begleiten und es wird einem gewahr, dass der Atem darauf reagiert. Voraussetzung ist, dass der Atem nicht willentlich gesteuert wird und zugelassen werden kann. Durch die Bewegung kann der Körper in eine Wohlspannung kommen, was die Voraussetzung für die Entfaltung der Atembewegung ist. Es können unterschiedliche Körperregionen und –räume angesprochen werden, was je nachdem unterschiedliche Themen anspricht und andere Kräfte mobilisiert.

Das Wahrnehmen der verschiedenen Phasen von Ein-, Ausatem und Atempause, macht erfahrbar, wie der individuelle Atemrhythmus ist. Dieses Arbeiten erfasst unser ganzes Wesen und unseren Leib, womit die Ressourcen und das Bewusstwerden gestärkt und Veränderung und Entwicklung entstehen kann.

Probieren Sie es aus!

Für unsere körperliche und seelische Gesundheit sind Pausen unabdingbar. Atemübungen sind dabei einfache, aber kraftvolle Techniken, um Stress abzubauen. Die Boxatmung hilft Ihnen Ihren Körper zu entspannen, Ihre Konzentration zu verbessern und zur Ruhe zu kommen.

  • Setzen Sie sich auf einen bequemen Stuhl. Ihre Füsse stehen parallel auf dem Boden.
  • Schliessen Sie die Augen und atmen Sie durch die Nase tief ein und zählen langsam auf vier. Nehmen Sie wahr, wie die Luft in die Lungen strömt.
  • Halten Sie die Luft an und zählen Sie wiederum auf vier.
  • Dann atmen Sie langsam wieder aus und zählen auf vier.
  • Wenn Sie ganz ausgeatmet haben machen Sie erneut eine Pause und zählen auf vier.

Sollte es Ihnen zu Beginn noch nicht gelingen, auf vier zu zählen, weil Ihre Atemfrequenz zu schnell ist, dann beginnen Sie die Übung mit drei. Mit etwas Übung können Sie später auch auf fünf oder sechs zählen. Machen Sie die Übung ca. 4-5 Minuten, bis Sie wahrnehmen, dass Sie ruhiger werden und ihr Herzschlag langsamer wird.

MEHR ZU Franziska Kronenberg

www.spirare.ch

www.atemweg.ch

www.erfahrbarer-atem.de

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