Macht morgendliches Bettenmachen wirklich erfolgreich?

Macht morgendliches Bettenmachen wirklich erfolgreich?

Macht morgendliches Bettenmachen wirklich erfolgreich?

Macht morgendliches Bettenmachen wirklich erfolgreich?

Obwohl man noch nicht mal eine Minute dafür braucht, sehen viele von uns darin die reinste Zeitverschwendung: das Bettenmachen. Dabei gibt es gute Gründe, die für dieses morgendliche Ritual sprechen. Der US-amerikanische Offizier William McRaven geht sogar so weit zu sagen: Wer sein Leben positiv verändern will, soll mit dem Bett anfangen! Ist das möglich? Kann Bettenmachen ein Garant für Erfolg sein?

Im Mai 2014 hielt der US-amerikanische Offizier William McRaven an der Universität in Texas eine legendäre Rede, die viral verbreitet wurde und mittlerweile mehr als 10 Millionen Menschen weltweit erreicht hat. Inhalt seines Vortrags war ein Plan mit zehn alltagstauglichen und recht simplen Massnahmen, die jeden darin unterstützen, das eigene Leben in den Griff zu bekommen und positiv zu verändern. Ein Thema in diesem Zehn-Punkte-Plan ist das morgendliche Bettenmachen, wie es auch in McRavens Buch Mach dein Bett! beschrieben wird. Dieses nicht einmal 100 Seiten starke Werk führte wochenlang die Bestsellerliste der New York Times an und gilt als eine Art Bibel für Jünger der Morgenrituale.

„Wenn du die Laken glattziehst, das Kissen ausschüttelst, bekommst du einen Sinn für Ordnung und Struktur. Für den Tag, für dein Leben.”
William McRaven, amerikanischer Offizier und Buchautor

McRaven, dessen Namen heute in US-amerikanischen Geschichtsbüchern steht, ist sich dessen bewusst, wie lächerlich es für viele klingt, dass morgendliches Bettenmachen ein Fundament für Erfolg sein soll. Deswegen erklärt er den Gedanken hinter diesem Morgenritual: „Wenn du die Welt verändern willst, fang mit den kleinen Sachen an.” Eines der ersten kleinen Dinge, die man zu Tagesbeginn machen kann, ist, sein Bett zu machen. Ein erster Punkt auf der To-do-Liste, den man erfolgreich abhaken kann! Für McRaven steht dieses Morgenritual stellvertretend für den Wunsch, den Alltag insgesamt strukturiert(er) und mit mehr Elan anzugehen.

Macht Bettenmachen auch noch glücklich?

Eine Studie mit fast 70.000 Befragten des US-Magazins Hunch.com beschäftigte sich 2016 mit der Frage, ob und wie sich Menschen, die ihr Bett machen, von denen unterscheiden, die sich ins ungemachte Bett legen. Die Ergebnisse waren verblüffend und warfen die Frage auf, ob Bettenmacher glücklichere Menschen sind.

59 Prozent der Befragten machten ihr Bett nicht, 12 Prozent ließen andere diese Aufgabe für sie erledigen, und nur 27 Prozent machten ihr Bett selbst. Interessanterweise fühlten sich 71 Prozent der Bettenmacher glücklicher mit ihrem Leben. Hingegen sagten 62 Prozent der Nicht-Bettenmacher aus, eher unglücklich zu sein. Mehr noch: Die ordnungsliebenden Bettenmacher wohnten mehrheitlich in einem Haus, waren körperlich fitter und insgesamt zufriedener mit ihren Jobs. Im Gegensatz dazu waren viele der Nicht-Bettenmacher eher unzufrieden mit ihrer Arbeits- und Wohnsituation. Zudem waren sie tendenziell eher Fitnessmuffel.

Macht Bettenmachen zufrieden, oder machen Zufriedene eher ihr Bett?

Es ist sicherlich übertrieben zu sagen, dass die morgendliche Minute, die wir ins Bettenmachen investieren, glücklicher oder erfolgreicher macht. Mag sein, dass die Erledigung eines ersten Leistungspunkts uns beschwingter und zufriedener den Tag beginnen lässt. Immerhin ist ein ordentliches Bett bereits ein erstes, sichtbares Erfolgserlebnis. Möglicherweise besitzen zufriedene Menschen auch mehr Energie, so dass es nicht weiter verwundert, wenn sie den Tag schon früh mit Tatendrang füllen.

Ordnung im Kopf und im Schlafzimmer

Hinzu kommt, dass eine aufgeräumte und organisierte Umwelt dabei hilft, uns gedanklich leichter zu sortieren. Aus mehreren psychologischen Untersuchungen weiss man, dass Rituale Orientierung und Halt in unserer komplexen und unberechenbaren Welt geben. (Morgen-)Rituale verfolgen das Ziel, uns zu zentrieren in einer Welt, die sich rasant wandelt. Ob Bettenmachen zum Morgenritual gehören muss, ist nicht vollständig beantwortet und wohl eher typabhängig. Es scheint jedoch so, dass das kurze Ordnen der Bettlaken vielen ein Gefühl von Kontrolle und Überblick gibt.

Eine Minute pro Tag, die einem mehrfach nützt

Beim Bettenmachen geht es also eher mehr um die Pflege von Tugenden als darum, den Milben in nachtschweissgetränkten Kissen ihre Lebensbedingungen zu erschweren. Gewissenhaftigkeit, Selbstdisziplin, Ordnungsliebe oder Durchhaltevermögen sind nützliche Eigenschaften, wenn man Ziele verfolgt oder erfolgreich sein möchte.

Schaden kann es jedenfalls sicher nicht, dem Glück bettenlüftend auf die Sprünge zu helfen. Wer nicht sofort mit dem Bettenmachen beginnen möchte, dem sei der 11. September als guter Starttermin empfohlen. Kurios, aber wahr: das ist der internationale „Mach-dein-Bett-Tag“!

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2 thoughts on “Macht morgendliches Bettenmachen wirklich erfolgreich?

  1. Peter Saalmann

    Hallo Frau Weinig,
    wie geht`s in Zürich?
    Danke für Ihren Artikel! Vor einiger Zeit bin ich schon mal auf Ihr o.g. Thema bzgl. Mr. McRaven und die morgentlichen Rituale gestoßen und habe mich dabei „erwischt“, dass ich seit Jahren auch zu denen gehöre, die morgens ihr Bett machen… Es war nicht immer so…. Ich glaube, es ist tatsächlich etwas dran, wobei es nicht eine geplante Aktion war…
    HG aus Ostwestfalen und weiter so! 🙂

  2. Silke Weinig Post author

    Lieber Herr Saalmann
    Vielen Dank für Ihre Grüsse. Ich freue mich, dass Ihnen der Text gefällt. Ich gehöre ebenfalls zu den Bettenmacher – weil ich es am Abend einfach schön(er) finde mich in ein flauschiges Bett zu legen. Umso mehr habe ich mich bei der Recherche gefreut, dass das auch noch positive Auswirkungen auf mein Leben hat.
    Herzliche Grüsse,
    Silke Weinig

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