Wandern Sie Ihrem Stress weg!

Wandern Sie Ihrem Stress weg!

Wandern Sie Ihrem Stress weg!

Wandern Sie Ihrem Stress weg!

Was tragen Sie an Schwerem und Leichtem in Ihrem persönlichen Rucksack? Wonach sehnen Sie sich? Was wollen Sie hinter sich lassen? Es lässt sich einfacher gehen mit leichtem Gepäck. Wanderungen in schöner Landschaft lassen den mentalen Rucksack an Stress und Sorgen schrumpfen und geben neue Kraft und Frische.

Seit einigen Jahren erlebt das Wandern eine Renaissance. Nachdem Hape Kerkeling 2006 seine Jakobsweg-Memoiren im Bestseller „Ich bin dann mal weg“ veröffentlicht hatte, führte das viele spirituell Suchende auf den Jakobsweg. Man spricht daher auch vom Kerkeling-Effekt, wobei vieles darauf hindeutet, dass die Anzahl der Pilgerwanderer auch ohne sein Zutun stark zugenommen hätte.

In der Schweiz schnüren geschätzte 2 Millionen regelmässig die Wanderschuhe, und zwar 25 Prozent der 14- bis 34-Jährigen, 39 Prozent der bis 55-Jährigen und 35 Prozent der über 55-Jährigen. In Österreich ermittelte das Institut für Freizeit- und Tourismusforschung, dass lediglich 35 Prozent der 8,5 Millionen Österreicher so gut wie nie wandern. Der Deutsche Wanderverband gab an, dass allein der Anteil der bundesweiten Tageswanderungen pro Jahr 370 Millionen beträgt.

Wer geht da warum los?

Naturerleben, körperliche Betätigung, Entschleunigen und der Wunsch nach mehr Selbstgespür sind einige der Beweggründe. Manche wollen dem täglichen Stress entkommen und suchen befreit von Regeln, Pflichten und Anforderungen Abstand und Ruhe. Oft wird auf den Wegen bilanziert – ob über etwas kürzlich Geschehenes oder das gesamte Leben. Man möchte über neue Möglichkeiten nachdenken. Sich über das Für und Wider klarer werden.

Insbesondere Langzeitwanderer suchen vermehrt Wege, um ihr Leben besser und sinnerfüllender zu gestalten. „Sich selbst zu finden“ und dabei aus dem gewohnten Alltag und der eigenen Komfortzone herauszukommen ist für viele in unserer hektischen und komplexen Welt Ruhepol und Kraftquelle zugleich. Das Schritt-Tempo ermöglicht eine doppelte Entdeckungsreise: nach innen und nach aussen. Entschleunigt nimmt man Dinge wahr, die ansonsten an einem vorbeiziehen.

Wandern gibt Halt und macht trittsicher praktisch wie sprichwörtlich

Die Natur bietet uns Vielfalt, ohne uns zu ermüden. Gleichzeitig ist sie auch intensiv, ohne uns zu überfordern. Sie ist immer wieder neu und anders, aber gleichzeitig auch konstant. Die Erfahrung vom Werden und Vergehen in der Natur ist für viele tröstlich, befreiend und sinnstiftend. Dieser Wechsel gibt Halt und damit Sicherheit, was unsere Schritte fester macht.

Wandern hat zudem etwas zutiefst Bodenständiges, was auch für Pilger auf dem Olavsweg in Norwegen, dem Matthiasweg nach Trier oder dem Jakobsweg gilt. Wer geht, beschäftigt sich oft weniger mit dem Himmel als vielmehr mit irdischen Bedürfnissen. Es kann sehr befreiend sein, wenn die Füsse derart schmerzen, dass man überhaupt nicht mehr an so etwas wie eine Steuererklärung denken kann.

Auch stark emotional Belastendes wie eine Trennung oder ein Streit verblassen bei Muskelkater und mit jedem Meter Distanz, den man zurücklegt. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum viele Menschen, die einmal auf den Geschmack gekommen sind, gerne länger gehen wollen als einen Tag oder ein Wochenende: Je länger oder öfter wir wandern, desto stärker schrumpfen unsere Alltagsprobleme.

Durchhalten für die Selbsterkenntnis

Bedenkt man dann noch den positiven Effekt der Natur auf unsere geistige und körperliche Gesundheit, wird klar, was die Wanderer auf ihren Weg führt und sie auch in schwierigen Situationen durchhalten lässt. Denn das Durchhalten beim Wandern ist ein wichtiges Erlebnis und stärkt das Wissen um die eigene Selbstwirksamkeit. Es ist stärkend für das Selbstbewusstein, die eigenen Grenzen – ob körperliche oder geistige − zu erleben und zu akzeptieren.

Das befreit und erhöht die Selbstakzeptanz, was sich wiederum positiv auf die Selbstwertschätzung auswirkt. Oft erlebt dabei der Wanderer, gleich welchen Alters oder welcher Statur, dass er seine Grenzen überwinden und über sie hinauswachsen kann: noch mehr Kraftfutter für unser Selbstvertrauen und unsere Selbstachtung. Mit der Zeit leeren sich die persönlichen Rucksäcke, und es wird Platz geschaffen für Neues – vielleicht auch für das eine oder andere Souvenir.

Körper und Geist sind in Bewegung

Ärzte sind sich einig: Wer regelmässig wandert, bleibt fit. Wandern stimuliert Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und unseren Geist. Jede Wanderung – ob Pilgerwanderung, Alpenüberquerung oder Traumschleife im Hunsrück − lebt von der Begegnung, sei es mit anderen Menschen, der Natur oder sich selbst. Mit anderen zu wandern schafft eine Erlebnisgemeinschaft, in der sich Offenheit, Zusammengehörigkeitsgefühl und Freundschaften entwickeln – egal, ob man nur ein kleines Wegstück zusammen geht oder mehrere hundert Kilometer. Neue Ideen und Impulse bahnen sich ihren Weg in unser Inneres. Unser Horizont erweitert sich, was unser Entscheidungs- und Handlungsrepertoire vergrössert.

Wanderern und Pilgern gemeinsam ist das Gefühl am Ziel: man ist sowohl müde und erschöpft als auch gelöst und innerlich beglückt. Die körperliche Bewegung stösst auch die geistige Beweglichkeit an. Menschen, die wandern, berichten, dass sie sich ausgeglichener fühlen und in schwierigen Situationen gelassener und besonnener reagieren. Die US-Psychologin Heather Ann Warfield fasste in ihrer Studie über Pilgerwanderer zusammen, dass diese ihr Wandererlebnis vor allem als sinnstiftend empfanden. Viele der Wanderer verspürten nach ihrer Rückkehr den Wunsch, etwas für die Gesellschaft zu tun.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen Psychologen der Universität Innsbruck. Sie hatten Pilger kurz vor ihrem Aufbruch, kurz nach der Wanderung und dann noch einmal vier Monate später befragt. Viele Pilger hatten vor ihrer Reise gesagt, dass sie sich mehr Klarheit über ihr Leben und seinen Sinn wünschen. Nach der Rückkehr gaben alle an, dass für sie das Leben an Bedeutung gewonnen hätte und sie sich als Teil eines Ganzes sähen, was ihnen mehr Sinnhaftigkeit gebe. Auch nach vier Monaten hatte sich an dieser Haltung nichts geändert.

Welche Wanderungen empfehlen Sie?

Durchatmen, die Natur und sich selbst spüren, die Landschaft geniessen. Bewegung in der Natur ist einfach gut für Leib und Seele. Wandern und spazieren gehen sind einfache Freizeitaktivitäten, die ohne grossen Aufwand jederzeit umsetzbar sind. Vielleicht hat Sie mein Text angeregt, nach draussen zu gehen und sich die Füsse zu vertreten? Haben Sie schöne Tipps für Wanderungen und Spaziergänge, die Sie mit den anderen Lesern und mir teilen möchten?

KENNEN SIE JEMANDEN, FÜR DEN DIESER BEITRAG INTERESSANT SEIN KÖNNTE? DANN TEILEN SIE IHN DOCH:

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